Eisenbahnstrecke,  Geschichte

Eisenbahnstrecke

Petition und Planung Staatseisenbahn Leinefelde-Worbis-Duderstadt-Herzberg von März 1885

– An Hern. Minister Manbach ist, wie der Thür. Ztg. geschrieben wird, eine mit ca. 1000 Unterschriften versehene Petition aus der Nordhälfte des Untereichsfeldes , den Orten Zwinge, Silkerode, Bockelnhagen, Weißenborn, Lüderode, Brehma, Ecklingerode, Jutzenbach, Fuhrbach, Silkerode, Pöhlde, Herzberg und Osterode, abgegangen, in der um den baldigen Bau der Staatseisenbahn von Leinefelde über Worbis, Duderstadt nach Herzberg a. H. gebeten wird.

Saale-Zeitung: allgemeine Zeitung für Mitteldeutschland ; Hallesche neueste Nachrichten 20.03.1885

Versammlung zu Besprechung des Eisenbahnbaus von Juli 1885

Herzberg am Harz, 12. Juli. Die in Meyer´s Gasthof hier heute abgehaltene Versammlung zur Besprechung des Eisenbahnbaues Leinefelde=Duderstadt=Herzberg, war von etwa 30 Personen besucht. Hr. Bürgermeister Preiß von hier eröffnete die Versammlung, worauf Hr. Landrath Rottländer=Osterode einstimmig zum Vorsitzenden gewählt wurde. Derselbe berichtete über den Plan Duderstadt=Wulften, meinte aber, daß für den Abschluß der Bahn die Station Herzberg der einzig richtige Punkt sei. Hr. Schulze Drehmann=Zwinge wünschte eine Petition an Hrn. Minister Mahbach zu richten und die Strecke Duderstadt=Rothewarte=Zwinge=Pöhlde=Herzberg zu empfehlen und zu bitten, die Bahn als „Vollbahn“ zu bauen, diese Strecke werde überall im Kreise Worbis gewünscht. Hr. Gebhardt=Duderstadt legte die Gründe dar für die Strecke Duderstadt=Wulften und bemerkte, daß nur eine Sekundärbahn gebaut werden würde, machte aber den Vorschlag, die Linie Gieboldehausen=Herzberg im Auge zu behalten. Hr. Bürgermeister Gehrig=Lauterberg meinte, daß nur die Strecke Duderstadt=Gieboldehausen=Wulften event. Herzberg für die Regierung in Frage komme, da derselben am Herzen liege, das Eichsfeld und hauptsächlich Gieboldehausen mit Bahnverbindung zu versehen und empfahl eine Petition an die Regierung um Anordnung von Vorarbeiten für die Strecke Duderstadt=Gieboldehausen=Rhumspringe=Herzberg. – Hr. Senator Reck=Herzberg berichtete über die Unterhandlung bei dem Geh. Ober=Baurath Durlach in Hannover und sprach sich für die Linie Duderstadt=Rhumspringe=Herzberg aus. Nach längerer Besprechung über die Gründe für und wider die Strecke Duderstadt=Wulften und Duderstadt=Herzberg wurde auf Antrag des Hrn. Bürgermeisters Gehrig=Lauterberg eine Resolution dahin gefaßt, die Staatsregierung zu ersuchen, bei einem event. Bahnbau über das Eichsfeld die Station Herzberg als Endpunkt erscheinen zu lassen und zu bitten, die aufgenommenen Vorarbeiten der Strecke Duderstadt=Wulften vorläufig ruhen zu lassen und die Aufnahme der Strecke Duderstadt=Rhumspringe=Pöhlde=Herzberg zu empfehlen.

Saale-Zeitung: allgemeine Zeitung für Mitteldeutschland ; Hallesche neueste Nachrichten 15.07.1885

Planung einer Sekundärbahn von Juni 1899

* Vom Harz, 6. Juni. (Bahnprojekt. – Waldbrand. – Feuersbrunst.) Dem Vernehmen nach soll eine Sekundärbahn von Worbis über Großbodungen, Zwinge, Brochthausen, Hilkerode, Rhumspringe und Pöhlde nach Herzberg gebaut werden. Das Eichsfeld würde durch dieses Staatsbahnprojekt weiter erschlossen werden. Vorbedingung der Erbauung dieser Bahn wird allerdings sein, daß die betheiligten Gemeinden freien Grund und Boden hergeben.

Saale-Zeitung: allgemeine Zeitung für Mitteldeutschland ; Hallesche neueste Nachrichten 07.06.1899

Wasserschwierigkeiten bei Bahnbau von Juni 1908

– Duderstadt, 10. Juni. (Wasserschwierigkeiten beim Bahnbau.) Beim Bahnbau Bleicherode=Zwinge=Herzberg, welcher am 1. Oktober d. Js. fertiggestellt sein soll, hat sich en sehr schweres Hindernis eingestellt. Bei der Ortschaft Rhumspringe, ungefähr 150 Meter oberhalb der Rhumequelle, wo die Strecke projektiert war, ist man bis heute in der Tiefe von über 35 Meter stets auf Wasser gekommen. Da man nun wegen dieser Terrain=Schwierigkeiten eine Brücke bauen müßte, so besteht das Projekt Rhumspringe=Pöhlde=Herzberg umzuändern in Rhumspringe=Rüdershausen=Gieboldehausen, jedoch unterliegt dieses dann einer neuen Genehmigung. Letzteres Projekt ist bedeutend günstiger wegen der Terrainverhältnisse, aber es kommen bei ersterem mehrere Industriewerke mit in Frage, welche zu berücksichtigen sind. In den nächsten Tagen findet nochmals eine örtliche Besichtigung statt. Die Uebergabe der Strecke soll nun zum 1. Oktober 1909 ins Auge genommen sein. Bei Verwirklichung des letzteren Planes ist man bereit, den Grund und Boden durch Regelung der Verkoppelung fast unentgeltlich zu stellen, im allgemeinen Interesse, sowie zur Hebung des Handels und Verkehrs des bisher abgeschlossenen Eichsfeldes.

Saale-Zeitung: allgemeine Zeitung für Mitteldeutschland ; Hallesche neueste Nachrichten 11.06.1908

Beginn der Bauarbeiten Bahnbau von Juli 1910

Großbodungen, 16. Juli. (Die Eichsfeld=Querbahn.)

Mit dem Bahnbau Großbodungen=Zwinge=Herzberg, der sogen. „Eichsfeld=Querbahn“, ist jetzt endlich der Anfang gemacht worden. An der Strecke Rhumspringe=Herzberg sind etwa 200 Arbeiter mit Bodenbewegung, Anlage zur Förderung von Kies usw. beschäftigt. Die größte Bodenbewegung findet zwischen den Ortschaften Rhumspringe und Pöhlde statt. Die Strecke, die erst einspurig angelegt wird, soll später doppelgleisig ausgebaut werden. Sie wird am 1. April 1911 in Betrieb genommen werden.

Saale-Zeitung: allgemeine Zeitung für Mitteldeutschland ; Hallesche neueste Nachrichten 17.07.1910